Mit dem Jeep durch den Salar de Uyuni, Bolivien 

Das Wüstenstädtchen Uyuni sieht ein wenig aus wie im alten Western „12 Uhr mittags“. Von hier startet unsere 3-tägige Jeeptour. Zuerst geht’s zum „Cemeterio de los trenes“, dem Zugfriedhof, wo Dampfloks und Waggons ihrem baldigen Ende entgegen rosten. Die Gleise und Züge dienten dazu, zunächst Silbernitrat, und später Kupfer aus den örtlichen Minen abzutransportieren. Als die letzten Kupfervorkommen der Mine in den 1940er Jahren erschöpft waren, wurden die Loks und Waggons einfach stehengelassen.

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Cemeterio de los trenes, Uyuni

Einige Meter weiter verläuft eine intakte Bahnlinie. Sie dient dem Abtransport von Lithium. Der Salzsee von Uyuni beherbergt eines der größten Lithiumvorkommen der Erde, es wird auf 9 Millionen Tonnen geschätzt. Der Bodenschatz soll in Zukunft eine wichtige Einnahmequelle für Bolivien werden: aus Lithiumkarbonat werden leistungsstarke Batterien hergestellt, z.B. für Elektroautos. Wenn der Abbau wie geplant in den kommenden Jahren intensiviert wird, könnte das jedoch weitreichende negative Folgen für die Umwelt, die Schönheit der Natur am Salzsee, und den Tourismus haben.

Wir fahren weiter ins Dorf Colchani, das vorwiegend vom Salzabbau lebt. Sogar die Häuser sind vorwiegend aus Salz gebaut, was wirklich nur in einer ariden Klimazone möglich ist.

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Wohnhaus in Colchani, Baustoff: Salz

Die Häuser sind natürlich nicht verputzt, daher sind die im Salz eingelagerten Sedimentschichten gut sichtbar. Salz ist für die Menschen hier ein kostenloser Baustoff, der noch dazu im Überfluss vorhanden ist. In Colchani besichtigen wir auch eine kleine Salzmanufaktur. Da Bolivien keinen Meerzugang hat, ist die Salzproduktion in der Gegend sehr wichtig für das ganze Land. In Colchani bekommen wir von Einheimischen ein leckeres Mittagessen serviert. Überall im Dorf sieht man Frauen jeden Alters mit langen, geflochtenen Zöpfen und bunter Tracht. Wir fahren weiter, mitten auf den Salzsee.

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Salar de Uyuni mit Blick auf die Isla del Pescado

Wir schreiben Salzsee, aber eigentlich mutet der Salar mehr wie eine Salzwüste an, denn das Wasser des Sees ist im Untergrund. Die Salzkruste ist ca. 30 m dick. Die in das Salz eingelagerten Sedimentschichten saugen Regenwasser auf wie ein Schwamm und verhindern so, dass das Regenwasser bis zum Wasser des Sees im Untergrund durchkommt. Der Salzsee ist ca. 10.000 km² groß und ca. 70-120 tief – damit bildet er die größte Salzpfanne der Erde. Auf dem Salzsee steht ein großes, ganz aus Salz erbautes Monument zu Ehren der Rallye Argentina – Bolivia – Dakar, auf welche die Bolivianer sehr stolz sind.

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Paris-Dakar? Von wegen! Argentina – Bolivia – Dakar! 🙂

Wir fahren weiter hinaus auf den See. Bis zum Horizont ist alles weiß, und zum ersten Mal stellt sich das Gefühl der Unendlichkeit ein, das uns die nächsten Tage begleiten wird.

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Mit dem Jeep durch den Salar de Uyuni

Das Salz kristallisiert zu gleichförmigen Hexagonen (und z.T. Pentagonen) aus, bis zum Horizont nichts als weiß, weiß, weiß. Der Salar de Uyuni ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend – die unglaubliche Höhe von 3.650 m über dem Meeresspiegel, die surreale Landschaft mit dem unendlichen Weiß bis zum Horizont, der allgegenwärtige Wind.

Vor der Kulisse der scheinbar endlosen Salzwüste machen wir ein paar Spaß-Bilder und spielen mit den Proportionen. Hier ist wirklich (fast) alles möglich:

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Was alles passieren kann im Salar de Uyuni…
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…sogar Godzilla sind wir begegnet!

Wir fahren weiter durch die weiße Unendlichkeit zur Isla del Pescado, die ursprünglich Isla Incahuasi hieß. Die Insel ist mit großen, uralten Säulenkakteen bewachsen. Ein Säulenkaktus wächst nur 1 cm pro Jahr, also kann man sich leicht ausrechnen, dass einige der Kakteen über 900 Jahre alt sind.

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Isla del Pescado (Incahuasi) mit Säulenkakteen

Wir verlassen die Isla del Pescado und fahren in Richtung Hostel. Der Tag neigt sich dem Ende zu. Die Sonne steht tiefer, die Schatten werden länger.

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Der Sonnenuntergang im Salar de Uyuni ist etwas ganz Besonderes – und inspiriert uns trotz der Höhe zu ein paar letzten, mehr oder weniger sportlichen Aktivitäten.

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Zum Abschluss fahren wir unser Salz-Hostel an, das mitten im Nirgendwo liegt. Das Hostel ist ganz aus Salz gebaut: Mauern, Wände, Böden, sogar die Möbel sind aus Salz, die Tische und Stühle im Restaurant, das Bett und die Nachttische.


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